Wie alles begann…. Embudu 2008

Wie alles begann…. Embudu 2008

Irgendwann in 07 oder 08 saßen wir gemütlich bei meiner Tante zu Hause und ihr Freund erzählte uns von seinem Besuch auf der Karibikinsel Tobago, weiße Sandstrände, Palmen und was mich eigentlich fast am meisten faszinierte, Babyhaie direkt am Strand im seichten Wasser. Das hat irgendwie einen Schalter umgelegt, das wollten wir auch erleben. Bis zu diesem Zeitpunkt war uns Reisen nicht wirklich wichtig, wir waren in Ägypten und ein paar mal in der Türkei, aber eigentlich bestanden diese Reisen eher darin den ganzen Tag am Strand herumzuliegen, zu lesen und zwischendurch das ein oder andere Getränk abzugreifen, wir waren 08/15 Pauschaltouris. Aber diese Erzählung entfachte einen Funken, und mit ihm den Wunsch die Welt kennenzulernen und Tieren, die man sonst nur im Fernsehen sieht, in der freien Wildbahn zu begegnen.

Anflug auf die Malediven

Wir wälzten Kataloge und kalkulierten an unserem knappen Budget herum und kamen schließlich auf…. die Malediven. Weiße Strände, Palmen und allerlei Unterwassergetier direkt vor der Haustür, sowas muss doch unerschwinglich sein, dachten wir die ganzen Jahre. Aber mit ein wenig Disziplin ließ sich der Preis tatsächlich zusammensparen. 10 Tage Embudu Island im Süd Male Atoll. Geil!

Schon der Anflug auf die Inselchen in der Weite des indischen Ozeans war tief beeindruckend, am liebsten hätten wir jedes der kleinen Eilande besucht. Gelandet in Hulule-Airport ging’s auf ein kleines Boot, das uns zur Insel brachte. Auf der kurzen Bootsfahrt dann das erste Highlight, eine kleine Schule Delphine schwamm in der Nähe vorbei. Als die Insel in Sicht kam, waren wir komplett aus dem Häuschen, genau so haben wir uns das vorgestellt.

Angekommen am Jetty schwamm der erste kleine Schwarzspitzenriffhai vorbei. Wir zückten schnell die Kameras, müde belächelt von den Touris die schon länger auf der Insel waren, denn an kleinen Haien mangelt es der Lagune wahrlich nicht, wie wir die nächsten Tage feststellen sollten. Wir bezogen einen der wenigen Standard Bungalows und machten uns als erstes mal auf die Insel zu umrunden.

Isn’t it paradise?

Embudu ist in etwa 200 x 300 m groß, komplett grün bewachsen, mit weißen Puderzucken Stränden und umringt von einem stattlichen Riff. Zwischen Riff und Strand befindet sich eine Lagune, die in allen möglichen Türkistönen leuchtet, und mit ca. 28 Grad Badewannentemperatur hat. Ich bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht, das muss das Paradies sein und wir durften hier ganze zehn Tage verbringen, Juhuuuu!

Wie die meisten Inseln der Malediven ist auch Embudu komplett von einem Riff umgeben und da die Insel Nahe an einem natürlichen Strömungskanal liegt kann hier durchaus auch mal etwas Größeres vorbeikommen. Ich war absolut heiß, ich wollte Schnorcheln, die Unterwasserwelt erkunden.

Anfangs doch etwas ängstlich in Bezug auf die Vielzahl an kleinen Haien die sich in der Lagune tummelten, schwamm ich durch einen der “Ausstiege” aus der Lagune an’s Außenriff und war hin und weg von der Vielzahl der bunten Fische und Korallen.

Das Schnorcheln wurde ab diesem Zeitpunkt zum täglichen Ritual und mit einer billigen Amphibien-Kamera machte ich mich auf die Jagd nach den Fotomotiven die zu Hause alle vom Teppich hauen sollten. Die anfängliche Angst vor den Haien wich der Begeisterung und ich war oft bewusst auf der Hausriffseite unterwegs, auf der die Eltern der kleinen Lagunenschwimmer unterwegs waren. Diese zehn Tage trugen sicherlich maßgeblich dazu bei, dass ich zum Hai-Freak avancierte.

Hornhechte am Riff

Neben den Haien waren aber noch eine Vielzahl anderer Meeresbewohner unterwegs, von denen ich zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nie gehört hatte, die mich aber nicht minder faszinierten. Wir begegneten Stachelrochen, Schildkröten, Igelfischen, Seegurken usw. Eines der Highlights war sicherlich die Begegnung mit zwei Adlerrochen in einer Einbuchtung des Riffs im Flachwasser. Aus heutiger Sicht eigentlich eher als gefährlich einzustufen, schwamm ich, in meiner jugendlichen Unwissenheit, so nah wie möglich an die im Sand liegenden Tiere ran um diese möglichst gut fotografieren zu können.

Wimpelfische

Da es schon langsam dämmerte natürlich mit Blitz. Das hätte ich wohl besser sein lassen sollen. Da es aus der kleinen Bucht nur einen Ausweg gab, den ich gerade versperrte und die Rochen es wohl nicht so angenehm fanden “geblitzdingst” zu werden wirbelten beide hoch und schoßen im Abstand von 20 bis 30 cm rechts und links von mir vorbei. Das war dann schon etwas beängstigend, vor allem als ich erfuhr, dass es ebenfalls Adlerrochen waren, die mit ihrem langen Giftstachel für den Tod des verrückten TV-Crocodile-Hunters Steve Irwin verantwortlich waren. Eigentlich sehr friedliche Tiere, man sollte sie halt nicht bedrängen, wie ich heute weiß.

Ein weiteres Highlight war die Begegnung mit Mantas an einer “Putzerstation”. Die örtliche Tauchbasis (gibt auf jeder Insel eine) fuhr einmal wöchentlich den Mantapoint im Süd-Male-Atoll an und wir konnten als Schnorchler mitkommen. Generell sind Mantas am besten an “Putzerstationen” anzutreffen. Hier lassen sie sich von kleinen Fische putzen, Parasiten entfernen und von uns beobachten. Obwohl wir auf Grund der Tiefe des Riffs sicherlich nicht das selbe Erlebnis wie die Taucher hatten, war ich irgendwie echt berührt und völlig fasziniert davon diesen majästätischen Tieren im offenen Ozean begegnet zu sein. Das MUSS ich wieder machen….

Selbst an den Abenden war auf Embudu eine Show vom Feinsten geboten. Auf der Barterrasse direkt am Meer sitzend, mit einem kühlen Bierchen in der Hand, konnte man beobachten wie die kleinen Blacktips nach den noch kleineren Fischen jagden, die sich in die Lichtkegel der Barbeleuchtung verirrten. Von oben wirklich süß anzusehen, war das ganze für die Beute sicherlich weniger witzig.

Our Place

 

Nach 10 Tagen relaxen, hängemattenschaukelnd unter Palmen und ausgiebigen Schnorcheltouren am Hausriff mussten wir uns wieder auf den Heimweg machen. Im Gepäck ein paar hundert schlechte Fotos (das hab’ ich damals wirklich noch nicht drauf gehabt, naja und die Kamera war halt auch schlecht :-)) und im Herzen die Gewissheit, dass wir uns nach diesen Erlebnissen sicherlich nie mehr mit einem All-Inklusive-08/15-Pauschal-Urlaub zufrieden geben werden.

 

Die Malediven sind nach wie vor eines der besten Unterwasser-Reviere der Welt, deshalb konnten wir es auch nicht bei diesem einen Besuch belassen. Es gab noch so viel mehr zu entdecken, aber dafür musste erst mal ein Tauschein her, bevor wir erneut hören durften: We are now approaching Hulule Airport Maldives……..

 

Reisezeitraum: September 2008

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