Wellen, Hikes und heißes Wasser – die Coromandel Halbinsel

Wellen, Hikes und heißes Wasser – die Coromandel Halbinsel

Der gemeine Neuseeländer macht gerne Urlaub im eigenen Land. Das ist wenig verwunderlich, denn gerade wenn man mit dem Auto, Camper oder Boot im Schlepptau verreisen will, sind die Möglichkeiten dort doch etwas limitiert: Nord- oder Südinsel. Aber das ist eigentlich überhaupt nicht schlimm, denn da Neuseeland so wunderschön und vielseitig ist, macht Urlaub im eigenen Land durchaus Sinn. So sind tatsächlich die meisten Touristen denen man begegnet outdoor-begeisterte Neuseeländer (gut, Deutsche und Chinesen hat’s leider auch viele…), die jede freie Minute in der Natur verbringen. Wenn also der gestresste Hauptstädter für ein paar Tage Erholung im Freien sucht, dann steht ein Ziel ganz hoch im Kurs: Die Coromandel Halbinsel

Die Coromandel Peninsula

Nur einen Katzensprung (2,5 h) von Auckland entfernt liegt die dünn besiedelte Coromandel Halbinsel, eingehüllt in natürlichem Regenwald, im Hauraki Golf von Neuseelands Nordinsel. Rund 400 km Küste mit unzähligen Buchten und Stränden, kleine sympathische Örtchen und ein waldbedecktes Landesinneres sorgen für Entspannung und Naturnähe weit entfernt vom Großstadtleben und sind so gerade an Wochenenden oder in der Ferienzeit Anlaufpunkt für bis unter’s Dach mit Outdoorequipment bepackte Stadtfamilien.

Wie überall in Neuseeland sind Outdoorsportarten sehr beliebt. Hiking, Biking, Canyoning, Kayaking, Climbing, Rafting, Surfing… Egal worauf man Lust hat, es finden sich für alles Infos, Guides oder Veranstalter. Natürlich ist man auf einer Reise mit Baby in Sachen Actionsport etwas limitiert, so dass wir uns von den ganzen wohlklingenden Aktivitäten hier leider nur zwei erlauben konnten: Hiking und Surfing

On the road to Coromandel

Doch bevor wir dazu kamen, wollten wir natürlich erst mal den wohl bekanntesten Strand der Halbinsel besuchen…

Hot Water Beach

Schon der Name ist verheißungsvoll und wir waren gespannt ob er hält was er verspricht. Der Hot Water Beach liegt im Osten der Halbinsel und ist problemlos mit Auto oder Camper zu erreichen. Wer nicht direkt dort übernachten möchte (da die Anzahl der Unterkünfte sehr begrenzt ist, ist der Preis entsprechend hoch), kann dennoch vor Ort parken.

Hot Water Beach

Ein kurzer Fussweg führt vom Parkplatz zum Strand und falls gerade Ebbe ist, muss man nicht lange nach der Attraktion suchen. Unter dem Sand befinden sich an einigen Stellen heiße Quellen. Wenn man sich also ein Loch gräbt, füllt sich dieses mit heißem Wasser und man kann ein Bad im eigenen Spa-Bereich nehmen und sich bei Bedarf direkt danach im Meer abkühlen. Da die heißen Quellen in der Gezeitenzone liegen, ist der Spa-Bereich allerdings nur bei Ebbe geöffnet. Eine Gezeitentabelle gibt’s hier.

Die große Popularität des Strandes hat natürlich zur Folge, dass er von Touristen überrannt wird. Nicht gerade die Idylle die man sich zum Entspannen wünscht, aber auf jeden Fall witzig anzusehen, wie alle im Sand puddeln, in ihren Erdlöchern sitzen und sich über etwas heißes Wasser freuen.

Hot Water Beach

Mein Versuch mir abseits der Massen ein Loch zu graben ist leider gescheitert. Die Fläche mit den heißen Quellen darunter ist tatsächlich nur in etwa so groß wie ein Drittel Fußballfeld. Wenn also kein Platz mehr ist, heißt es warten bis ein Erdloch frei wird ;-).

Obwohl touristisch völlig überlaufen, fanden wir das Naturphänomen am Hot Water Beach echt witzig und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Hot Water Beach

Cathedral Cove

Ein weiteres Ziel auf der Coromandel Halbinsel, welches dem Hot Water Beach in Sachen Beliebtheit kaum nach steht, ist die Cathedral Cove. Ebenfalls an der Ostküste gelegen, unweit des Ortes Hahei, besticht die Cathedral Cove mit wunderschönen Ausblicken, feinsandigen Stränden und beeindruckenden Felsformationen. Klar dass wir das nicht verpassen wollten. Einziger Fehler: Wir waren an einem Sonntag dort!

Wie schon erwähnt, ist die Coromandel Halbinsel als Wochenendziel sehr beliebt und so machten wir uns zusammen mit unzähligen Sonntagsausflugsfamilien auf den rund einstündigen Weg von Hahei zu den Stränden. Bereits die Ausblicke vom Start des Trails können sich sehen lassen und es ist eine schöne, kleine Wanderung an der Küste entlang bis hinunter zu den Buchten.

Cathedral Cove

Unten angekommen sticht sofort der riesige bogenförmige Höhlendurchgang in einem weißen Felsvorsprung ins Auge, der zwei Buchten verbindet und das Fotomotiv Nummer eins ist. Der an eine Kathedrale erinnernde Bogen muss gerade zum Sonnenauf- oder untergang ein imposantes Motiv sein. Untertags ist es fast interessanter, die vielen chinesischen Touristen zu beobachten, die versuchen beim Fotografieren im Bogen keine nassen Füße zu bekommen.

Cathedral Cove

Den Versuch selbst ein paar schöne Fotos zu schießen, müssen wir leider auf Grund akuter Überfüllung (Sonntag eben…) abbrechen. Die Cathedral Cove ist auf jeden Fall ein nettes Ziel und bei Badewetter kann man an den schönen Stränden durchaus ein paar Stunden verbringen. Doch um die Felsformationen zu bestaunen und interessante Fotos zu schießen, weicht man besser auf ähnliche Ziele auf der Südinsel aus (Pssst: Cathedral Caves).

Cathedral Cove

Onemana

Ganz anders und damit noch etwas mehr nach unserem Geschmack: Der Strand des kleinen Örtchens Onemana. Gelegen im Südosten der Cormandel ist das hier tatsächlich noch ein Geheimtipp, denn am Strand begegnet man neben den paar Campern vor Ort höchstens noch einigen Locals beim Gassigehen oder Surfen.

Direkt hinter dem Strand gibt es einen kleinen, freien Campingplatz mit nur vier Spots (die allerdings zu unserer Zeit doppelt belegt wurden). Ein wunderbarer Ort um etwas die Seele baumeln zu lassen, den Strand zu genießen und bei passendem Swell zum Surfen.

Onemana Beach

Meinen besten Surf in ganz Neuseeland hatte ich in Onemana. Direkt nach dem Frühstück glänzte der feuchte Sand des menschenleeren Strandes und die sanft brechenden Wellen davor verheißungsvoll in der Sonne und lockten nicht nur mich, sondern auch ein paar lokale Surfer in die Brandung. Am südlichen Ende des Strandes, kurz vor einigen großen Felsen, brachen traumhafte Wellen. Da ich weit hinter dem Können der Locals zurückstehe, wartete ich brav bis ich mal eine Welle abbekam. Aber selbst das Warten war schön an diesem wunderbaren Strand, in der Vormittagssonne, mit Blick auf das kleine Örtchen Onemana. Das sind die Momente, die man sich auf Reisen wünscht, in welchen man die Verbundenheit mit der Natur, ihre Macht und ihre Schönheit am intensivsten spürt. Der perfekte Start in den nächsten Reisetag.

Surfing NZ

Wenn ihr also im Süden der Cormandel nach einem schönen Campingplatz sucht, dann verpasst nicht die Ausfahrt nach Onemana. Es lohnt sich!

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