Tauchen auf den Seychellen

Tauchen auf den Seychellen

Die Seychellen sind nicht gerade als Top-Tauchdestination bekannt. So verwundert es auch nicht, dass sich nur vereinzelt Tauchtouristen zu den wenigen Basen verirren. Dennoch kann man hier unter Wasser fast allen kleinen und großen Lebewesen begegnen, die man auch in anderen Teilen des indischen Ozean antrifft. Bei den Korallen allerdings muss man schon einige Abstriche machen, da sich die durch Granitfelsen geprägt Topographie an Land auch unter Wasser fortsetzt und die meisten Tauchplätze deutlich weniger bunt sind wie z.B. auf den Malediven. Davon ließen wir uns aber selbstverständlich nicht abschrecken und haben auch hier die Köpfe unter Wasser gesteckt….

Es ist nicht leicht, sich von dem Müßiggang und den alle Sinne schmeichelnden Attributen loszureißen, die ein Tag an den wunderschönen Stränden der Seychellen verspricht. Trotzdem schaffen wir es ein paar Tage aus der angenehmen Lethargie eines Strandurlaubs im Paradies auszubrechen um La Digue, Praslin und Mahe über Wasser zu erkunden und widmeten auf den letzten beiden Inseln auch einige Tage der Unterwasserwelt. Wie bereits erwähnt ist die Auswahl der Tauchbasen auf den Seychellen noch nicht sehr groß. Da wir unsere Zeit auf Praslin am längsten und auch touristischsten Strand (Anse Volbert) verbrachten konnten wir hier zwischen zwei Basen wählen und entschieden uns auf Grund der positiveren Bewertungen letztlich für die White Tip Divers. Auf Mahe wählten wir bewusst eine Unterkunft im Süden und waren hier auch mit der einzigen Tauchbasis der Gegend unterwegs, dem Dive Resort Seychelles. Der Vorteil der geringen Basendichte liegt auf der Hand: Wir mussten keinen einzigen Tauchplatz mit einer anderen Tauchgruppe teilen! Wir waren mit beiden Basen generell zufrieden, wobei ich von Praslin aus gerne die Tauchplätze um Marianne betaucht hätte, die bekannt sind für  eine größere Anzahl grauer Riffhaie, leider weigerte die Basis sich aber dorthin zu fahren und fuhr stattdessen lieber die Tauchplätze in der näheren Umgebung an. Auf Mahe wurde da deutlich mehr auf die Anliegen der Gäste eingegangen was die Tauchplatzauswahl anging. Hier bzw. etwas weiter im Norden sind während der Saison (Oktober bis Dezember) sogar Walhaie anzutreffen, da wir jedoch im Februar unterwegs waren, war uns eine erneute Begegnung mit den Riesen leider nicht vergönnt.

Nichtsdestotrotz hatten wir von beiden Inseln aus schöne Tauchgänge und werden euch hier von einigen Highlights berichten:

  • Ave Maria (Praslin): Der Tauchplatz besteht aus einer großen aus dem Wasser ragenden Felsenformation die sich unter Wasser fortsetzt. Wie bei fast alle Tauchplätzen der Inner Islands ist die Tauchtiefe eher gering (max. 20 m) und die vorherrschende Dünung unter Wasser stark spürbar. Die Granitblöcke sind mit Hart- und Weichkorallen bewachsen und bieten so allerlei Lebewesen Schutz. Wir konnten bei unseren zwei Tauchgängen hier große Schwärme Glasfische und Blaustreifenschnapper, Muränen, Büffelkopfpapagaienfische, Garnelen und sogar einen Fangschreckenkrebs sehen. Nicht zu vergessen die auf den Seychellen algegenwärtigen und eigentlich bei jedem Tauchgang anzutreffenden Schildkröten.

    Glasfische satt!

 

  • Whale Rock und Booby Rock (Praslin): Als Twin-Tank-Dive werden diese etwas weiter entfernten Tauchplätze von Praslin aus angefahren und die Zeit zwischen den Tauchgängen auf dem Boot verbracht mit Blick auf den Anse Lazio. Als wir hier zwischen den Tauchgängen etwas im Wasser planschten, erschracken wir nicht schlecht, als plötzlich mehrere graue Rückenflossen in der Nähe aus dem Wasser ragten (Zur Erinnerung, kurz vor unserer Reise gab es vor diesem Strand zwei tödliche Haiangriffe). Schnell zurück auf’s Boot, stellten sich die Rückenflossen als Delphine heraus, die leider genauso schnell wieder verschwanden wie sie aufgetaucht waren. Zu den Tauchplätzen: Auch hier wieder größtenteils Granitfelsen unterbrochen von kleinen Korallenfeldern. Wir konnten hier mehreren Adlerrochen und Napoleons begegnen, leider bei eher mäßiger Sicht, so dass die Fotos und Videos hier nicht wirklich gut wurden. Versteckt unter den Felsen konnten wir Marmorstachelrochen, einen Oktopus und sogar einen Baby-Weißspitzenriffhai entdecken.

    Marmor-Stachelrochen

 

  • Pirate’s Cove und Shark Point (Mahe): Da die beiden Tauchplätze direkt nebeneinander liegen, kann man mit genug Luft seinen Tauchgang am Pirate’s Cove beginnen und am Shark Point enden lassen. Erstgenannter Tauchplatz befindet sich in einer geschützten Bucht und man taucht in Richtung offenem Meer an den Felsen entlang zum Sharkpoint. An beiden Tauchplätzen sind Korallen sehr rar und die Unterwasserlandschaft besteht fast nur aus Felsen in allen Größen, die neben- und übereinander liegen und so ein Labyrinth an Verstecken für große und kleine Tiere bieten. Obwohl auf Grund der vielen Felsen etwas düster, haben wir hier mehrere absolut tolle Tauchgänge  gehabt. Bereits beim Abtauchen sahen wir am Pirate’s Cove den größten Schwarm Fledermausfische in unserer bisherigen Laufbahn. Riesige Marmorstachelrochen verstecken sich unter den Felsen und im Blauwasser ziehen Napoleons vorbei. Mein persönliches Highlight allerdings waren die Haie. Fast überall gibt es Tauchplätze die “Shark irgendwas” genannt werden, aber fast nie sieht man dort Haie. An diesem “Shark Point” allerdings gab es Haie und zwar reichlich. Zwar “nur” Weißspitzenriffhaie, aber von jung bis alt, groß bis klein war hier alles vorhanden. Unter Überhängen, auf Sandflächen oder auch mal freischwimmend konnte ich hier gar nicht genug davon bekommen, die geschmeidigen Jäger aufzuspüren um ein einigermaßen gutes Foto hinzubekommen. Ab- und Auftauchen war hier immer so eine Sache. Wie auch an den meisten anderen Tauchplätzen auf Mahe war der Wellengang hier mehr als ordentlich und so haben wir hier zum ersten mal erlebt, wie jemand der vorher eine ziemlich große Klappe hatte, am Ende kotzend über der Reling hing 😉 .

    Weißspitzenriffhai

Unser Fazit zum Tauchen auf den Seychellen: Absolut Lohnenswert!

Trotz des meist geringen Korallenbewuchses sind die Tauchplätze sehr lebendig und vom Massentauchtourismus noch absolut verschont geblieben. Wie auch über Wasser präsentieren sich die Seychellen auch im Meer absolut sauber. Kein Müll, keine Plastiktüten oder andere Zivilisationsabfälle. Hier hat ein Land wirklich seine Hausaufgaben gemacht und legt über, wie unter Wasser wert auf ein intaktes Ökosystem. Wer sich von seinem Handtuch am blendend weißen Sandstrand losreißen kann und wissen möchte wie das Meer jenseits der türkisen Flachwasserzonen aussieht dem können wir einige Tauchgänge hier wärmstens an’s Herz legen…..

Habt ihr noch Fragen zum Tauchen auf den Seychellen oder ward vielleicht selbst schon dort und möchtet hier noch etwas ergänzen?

Dann scheut euch nicht zu kommentieren….

Reisezeitraum: Februar 2012

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