Seguridad primero – Wie sicher ist Reisen in Bolivien und Peru?

Seguridad primero – Wie sicher ist Reisen in Bolivien und Peru?

“La Paz ist die schrecklichste Stadt Südamerikas und ich habe mich noch nirgendwo so unsicher gefühlt wie dort” erzählte mir ein Brasilianer in San Pedro de Atacama. Dabei stammte er ausgerechnet aus São Paulo, was auch nicht unbedingt als sicheres Pflaster bekannt ist. Ich machte mir also im Vorfeld so meine Gedanken. Gerade Bolivien hat nicht unbedingt den besten Ruf als sicheres Reiseland: Busse die hin und wieder überfallen werden, Gefängnisse aus welchen Kokain heraus anstatt rein geschmuggelt wird und einer der korruptesten Staatsapparate weltweit. Nicht gerade gute Argumente für den Neckermann Katalog, also lieber weiter nördlich orientieren? Doch auch in Peru lauern Gefahren, allerdings ganz anderer Art. Wie sicher oder unsicher die beiden Länder im Herzen Südamerikas wirklich sind und dass man sie trotzdem ziemlich einfach bereisen kann, lest ihr hier…

Ich kam morgens um 4 Uhr in La Paz an, wurde aus dem Bus gekehrt und stand nach kurzer Zeit ziemlich alleine in der Dunkelheit des Busbahnhofs. Mir blieb nichts anderes übrig als dem jungen Mann, der mir versicherte er sei Taxifahrer, auch wenn er nicht danach aussah, einfach zu vertrauen. Und tatsächlich raubte er mich nicht aus, sondern fuhr mich zu meinem Hostel. So gewann La Paz die ersten Sympathiepunkte und auch die darauffolgenden Tage fühlte ich mich in Boliviens größter Stadt sehr wohl und zu keinem Zeitpunkt unsicher. So unterschiedlich kann Sicherheitsempfinden also sein. Trotzdem schadet es ja nicht, sich ein paar Gedanken zum Thema sicheres Reisen zu machen.

In den Strassen von La Paz

Wie bereite ich eine Reise durch Bolivien und Peru vor?

Wie bei jeder Reise erleichtert eine gute Planung natürlich das Reisen vor Ort, nimmt allerdings auch etwas den Abenteuerfaktor ;-). Trotzdem kann es nicht schaden sich vor einer Reise durch Bolivien und Peru einige Gedanken zu machen und sich etwas vorzubereiten. Was man jedoch auf keinen Fall machen sollte ist diese Vorbereitung übertreiben. In Foren finden sich ellenlange Threads darüber, mit welchem Taxiunternehmen man am sichersten vom Flughafen La Paz zur Unterkunft kommt. Wer damit schon solche Probleme hat, sollte lieber nach Mallorca fliegen.

San Pedro de Atacama

Generell gilt sich natürlich im Vorfeld beim Auswärtigen Amt über die aktuelle Lage zu informieren und potentiell gefährliche Gegenden und Zeiten wenn möglich zu meiden. So gibt es in vielen Regionen beider Länder regelmäßig kurz vor und während den Wahlen Ausschreitungen, Straßensperren, etc. Das ist also eher nicht die optimale Reisezeit, auch wenn die Unterkünfte zu dieser Zeit etwas günstiger sind.

Willkommen im Hostal America

Da in Bolivien und Peru, gerade außerhalb der touristischen Ecken, so gut wie niemand Englisch spricht sind Spanisch-Kenntnisse unabdingbar um die beiden Länder individuell zu bereisen. Nicht nur ist man sicherer unterwegs, es macht einfach auch mehr Spaß, wenn man sich mit den Einheimischen verständigen kann. Zumal diese sowieso ohne jede Rücksicht auf etwaige Sprachkenntnisse in vollem Tempo auf Spanisch losplappern und auch meist nicht unbedingt gewillt sind ihre Sprechgeschwindigkeit anzupassen. Wer hier versucht nur mit einem Wörterbuch weiterzukommen ist verloren.

Zugstrecke durch das Altiplano

Unterwegs in Bolivien und Peru

Nachdem Südostasien ja schon seit Jahrzehnten von Backpackern penetriert wird entwickelt sich auch in Bolivien und Peru so langsam eine entsprechende Infrastruktur. Wer also auf dem “Gringo Trail” reist und diese Infrastruktur nutzt, kommt leicht von A nach B und wird auch nicht viel Schwierigkeiten haben Unterkünfte und Freizeitangebote zu finden. Abseits der touristischen Pfade allerdings sind Bolivien und Peru immer noch etwas für Abenteurer (die zwingend spanisch sprechen sollten ).

Auf der Isla del Sol

Wer abseits der Hauptrouten reist, hat sich sowieso schon damit arrangiert, dass auch mal etwas schief gehen kann. Auf den touristischen Routen fährt man ganz gut, wenn man sich an einigermaßen vertrauenswürdige Agenturen und Busunternehmen hält. In Bolivien verspricht zum Beispiel Todo Tourismo eine GPS-Ortung des Busses und alarmiert bei außerplanmäßigem Halt (Überfall oder Pinkelpause?) sofort die Polizei. In Peru, wo Überfälle nicht wirklich häufig sind, fährt man z.B. mit Cruz del Sur sehr komfortabel und sicher.

Mit dem Flugzeug geht’s natürlich auch

Trotz aller Vorsicht macht generell der in Sachen Sicherheit schon einen großen Schritt nach vorne, der folgende drei Dinge beachtet:

  1. Keine Wertsachen offen am Körper tragen und am besten auch keinen dicken Geldbeutel in der Hose.
  2. Die Wertsachen in der Unterkunft wegschließen oder anketten (Pacsafe), wobei hier wie in anderen Ländern auch die größte Gefahr meist von den anderen Reisenden ausgeht.
  3. Am besten gar keine Wertsachen mitführen! Klar, die Kamera muss schon sein, aber das neueste iPhone vielleicht nicht unbedingt.

    Demonstration in Puno

Was kann denn sonst noch so passieren?

Ja eigentlich, kann alles passieren und meist lauern Gefahren ja dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Für mich die gefährlichste Situation während meiner Reise durch Bolivien und Peru war sicherlich die Fahrt vom Machu Picchu zurück nach Cusco. Katastrophale Straßen, Serpentinen an Steilhängen und ein völlig übermüdeter Fahrer, eine denkbar schlechte Kombination. Aber solche Situationen können eben einfach entstehen und lassen sich nur schwer vermeiden.

Cusco

Deshalb sind die wichtigsten Dinge, die man als Reisender haben sollte und zwar nicht nur in Bolivien und Peru nicht Auslandskrankenversicherung und Tränengas, sondern eine ordentliche Portion Gottvertrauen und Vertrauen an das Gute im Menschen. Denn meist geht ja doch alles gut!

Also am besten: Einfach nicht zu viele Gedanken machen was denn alles passieren könnte, die Menschen in Bolivien und Peru überleben’s ja schließlich auch…..zumindest meistens…

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