Pizza, Glanz und Gloria – Willkommen in Rom

Pizza, Glanz und Gloria – Willkommen in Rom

Streetfood? Pizza! In jeder erdenklichen Form, geschnitten mit der Schere und verkauft nach Gewicht. Ein Paradies für alle Pizza-Liebhaber. Aber natürlich ist belegter Teig nicht alles, was Rom zu bieten hat. Die ganze Stadt atmet die Geschichte eines vor Jahrhunderten zu Grunde gegangenen Imperiums, das Rom noch heute unübersehbar prägt. Wer diese geschichtsträchtige Luft im schwülen italienischen Sommer als zu abgestanden empfindet hat definitiv etwas falsch gemacht. Ob auf eigene Faust, mit dem Roller oder mit einer “Free Walking Tour”, Rom wartet jeden Tag darauf erneut entdeckt zu werden…

Rom – die ewige Stadt

Die Hauptstadt und größte Stadt Italiens wurde der Legende nach gegründet von Romulus im Jahre 753 vor Christus. Wie sein Bruder Remus soll Romulus ein Sprößling des Gottes Mars gewesen sein, der am Tiber ausgesetzt, von einer Wölfin gesäugt und von einem Hirten groß gezogen wurde. Bereits kurz nach Stadtgründung läutete Romulus die Ära der Gewalt ein, die das Imperium prägte, indem er seinen Bruder umbrachte, weil der sich über die Stadtmauer lustig machte. Zu Beginn seiner Geschichte war Rom ein Königreich und wurde rund 500 v. Christus zur berühmten Republik. Die Stadt und das römische Reich wuchsen schnell und die Herrschaft der Römer erreichte schließlich unter Kaiser Trajan um 100 nach Christus ihren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich das von den Römern regierte Reich auf drei Kontinente und war Heimat für etwa 88 Millionen Menschen, rund ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung. Mit dem Niedergang der Stadt litt nach und nach auch der Prunk Roms und die katholische Kirche trug gerade im Mittelalter und der Renaissance maßgeblich dazu bei, dass Rom einigen Glanz einbüßte. Nichtsdestotrotz sind in der Stadt noch heute unglaublich viele historische Gebäude erhalten und hin und wieder kann man den Prunk des römischen Imperiums noch immer spüren.

Forum Romanum

Zu Fuss durch die Geschichte Roms

Imposant ragt das Colloseum auf, mitten in der Stadt und umringt von Touristenscharen aus allen Ländern dieser Welt. Ein Prachtbau, ein Monument, dass bei keinem Besuch Roms außer Acht gelassen werden darf. Wie überall im Leben: Wenn man die wohl berühmteste Arena der Welt auch von innen sehen will, muss man entweder viel Zeit oder viel Geld mitbringen. Beim stundenlangen Anstehen in der unbarmherzigen Mittagssonne des italienischen Sommers kann man sich selbst mit den Sklaven und Gladiatoren vergleichen, die unter der gleichen Sonne, am gleichen Ort gelitten haben. Mit dem winzigen Unterschied, dass die Sklaven wohl eher aus dem Colloseum raus wollten, wir aber hinein. Einfacher geht’s mit einer geführten Tour, vorbei an den Touristenmassen und mit zumindest etwas Information im Inneren. So oder so, das Colloseum muss sein.

Colloseums Selfie

Ob auf eigene Faust oder mit einer “Free Walking Tour”, in Rom gibt es viel zu entdecken. Klar, jeder kennt die spanische Treppe oder den Trevi-Brunnen, Sehenswürdigkeiten, die durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Doch der wahre Charme Rom’s liegt im Detail. In den schmalen Gäßchen, den Hinterhöfen und den beeindruckenden Kirchen der Stadt. Gerade bei den Kirchen, sind die richtigen Informationen unverzichtbar. Viele Gebäude stehen aus einem bestimmten Grund dort wo sie stehen und auch die Ausstattungen und Malereien im Inneren verfolgen das Ziel dem Betrachter ganz außergewöhnliches zu suggerieren.

Eines der beeindruckenden 3D-Deckengemälde von Roms Kirchen

Über allem, voll touristisch und doch authentisch beeindruckt das Pantheon. Ein ehemaliger römischer Tempel, der nun als Kirche dient (wie sollte es anders sein) und über dessen Baukunst Architekten weltweit noch heute staunen. Umgeben von Wohnhäusern und Restaurants ist das Pantheon Synonym dafür, wie stark die Historie und die Hinterlassenschaften des römischen Reichs noch heute im Alltag der ewigen Stadt präsent sind.

Das Pantheon

Kaum auszumalen, wie beeindruckend Rom noch heute wäre, wenn nicht in der Renaissance die christliche Kirche, allen voran natürlich der Vatikan, die Hinterlassenschaften des Imperiums ausgeschlachtet hätte. Selbstverständlich, dass bereits kurz nach dem Zerfall des Reichs alle Schätze unter dem Vorwand es sei Gottes Wille im Vatikan zusammengetragen wurden. Der seltene Marmor der Kaiserhäuser wurde herausgerissen, Gold und Silber gehortet und die Mauern der alten Tempel und vor allem des prachtvollen Forums eingerissen um damit Vatikanstadt aufzubauen. Ob dies alles der Wille Gottes war oder pure Gier, darüber lässt sich natürlich streiten. Das allerdings das Oberhaupt einer Religion die Nächstenliebe predigt, auf Schätzen von unermesslichem Ausmaß sitzt, während ein Großteil der Weltbevölkerung noch immer unter Hunger und Armut leidet ist leider eine traurige Tatsache.

Der Vatikan

Sonne, Meer und schwarzer Sand

Wer es wagt, sich im Gewirr der Einbahnstraßen von Rom motorisiert fortzubewegen, dem eröffnen sich noch ganz andere Einblicke. Doch erst mal gilt es den Weg aus der Innenstadt zu finden, ohne im dichten Verkehr italienischer Prägung vom Roller gefegt zu werden. Wenig beeindruckend ist Rom, wenn man über eine der vielen Tiber-Brücken die Innenstadt verlässt. Letztlich eine Stadt wie jede andere, aber eben nicht weit entfernt vom Meer.

Der Tiber

Mit einem Roller unter dem Hintern und einem nicht ganz so ausgeklügelten Plan machten wir uns auf das Meer zu finden. Durch eine Verkettung ungünstiger Abzweigungen landeten wir recht schnell auf der italienischen Autobahn. Ziemlich unangenehm, zu zweit auf dem Roller, in Board Shorts und Flip Flops, währende Lkws mit 100 Sachen an einem vorüberrauschen. Also schnell wieder runter. An einem Früchte-Stand irgendwo im nirgendwo versuchte ich mit schlechten Spanisch-Kenntnissen einem alten Italiener zu entlocken, wo es zum Meer geht und wie weit es wohl noch sei. Letztlich mit Erfolg. Wir fanden uns in einer namenlosen italienischen Urlaubsregion wieder und genossen einen Tag am Strand. Trotz der vielen Leute eine schöne Abwechslung zur unbarmherzigen Hitze der Stadt.

Gegen die Hitze…

Ein römischer Sommertraum

Rom hat uns beeindruckt, Rom hat uns begeistert. Nur einen kurzen Flug (oder eine lange Autofahrt) entfernt kann man Eintauchen in eine Stadt, die noch heute durch ihre Geschichte geprägt wird wie kaum eine andere. Und nicht nur ihre eigene, letztendlich ist das römische Reich ein Teil unser aller Geschichte und ohne die Jahrhunderte der Herrschaft und der Erschaffung des römischen Weltreichs wäre vor allem die Entwicklung Europas wohl eine ganz andere gewesen. Naja, und wer mit Geschichte nicht so viel anfangen kann, für den gibt’s ja immer noch die vielen Pizzen…

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