Living Wild in Florida – Lifestyle und Wildlife im Sunshine State

Living Wild in Florida – Lifestyle und Wildlife im Sunshine State

“Do you want a free upgrade of your rental car?” Na klar!  Mein Trip nach Florida hätte kaum besser anfangen können. Bezahlt für die kleinste Mietwagenklasse war ich künftig stilecht im SUV unterwegs. Von Miami und Miami Beach zog es mich in die Everglades. Von Naples zu den wundervollen Stränden von Clearwater. Von der ersten Manati-Begegnung in Tampa über eine Kayaktour der extraklasse bis in’s Manati-Town Crystal River und weiter an die Westküste. Florida geizte nicht gerade mit Reizen oder außergewöhnlichen Wildlife-Begegnungen und machte meinen Trip zu einem echt Besonderem. Living Wild in Florida….

Florida

Der südöstlichste Bundesstaat der USA erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Maßgeblich dafür ist sicherlich sein angenehmes Klima und die wunderschönen Strände am Atlantik und Golf von Mexiko. In den USA gilt Florida als das beliebteste Rentnerdomizil und im Frühjahr werden die Strände von wild feiernden Partybesuchern heimgesucht. Amerikanische Lebensart liegt in der Luft und das obwohl Florida einen nicht unerheblichen hispanischen Bevölkerungsanteil hat, eingewandert aus den so nahe liegenden Karibikinseln wie Haiti, Kuba, etc. Von Europa einfach zu erreichen, verschlägt es einen meist erst mal in die Metropole Miami und das ist auch gut so. Denn was wäre eine Reise nach Florida ohne den Besuch des legendären Miami Beach?

Miami Beach

Miami vs. Miami Beach

Miami unterscheidet sich erst mal nicht von anderen Großstädten und gerade Downtown ist schon ausgesprochen hässlich. Schwierig ist es eine günstige Bleibe zu finden. Ich übernachtete in einem kleinen Wohnwagen im Garten eines Wohnhauses, gebucht über Airbnb. Spartanisch, aber praktisch, sauber und günstig.

Man könnte in Miami sicherlich auch schöner wohnen 😉

Nicht weit war der Weg nach Miami Beach, das nicht nur ein Strand, sondern genau genommen eine eigene Stadt ist. Hotels, Restaurants und Amüsiermeilen buhlen um zahlungskräftige Gäste. Man kann hier viel Geld lassen. Völlig umsonst (von 10$ Parkgebühren mal abgesehen) ist es allerdings am hochgelobten, weißen Sandstrand entlang zu spazieren, die Rettungsschwimmertürme zu bestaunen und den Locals am Muscle Beach beim trainieren zuzuschauen.

Miami Beach Florida

Wenn man sich am Großstadtdschungel satt gesehen hat, ist man selbst von Miami aus erstaunlich schnell im Grünen. Wie eigentlich überall in Florida ist der nächste State Park nicht weit, in diesem Fall der Bill Bags Cape Florida State Park. Gegen eine kleine Eintrittsgebühr findet man zum Teil naturbelassene Strände, einige kurze Wanderwege und ein Besucherzentrum, welches aufklärt über Flora und Fauna. Ich war begeistert über so viel naturnähe so nah an der Großstadt.

Sicherlich noch kein Mega Highlight, aber eigentlich doch der optimale Start für eine Rundreise durch Florida.

Die Everglades

Das Aushängeschild des Sunshine-States ist der Florida Panther. Leider kann man auch in den Everglades nicht mehr von ihm sehen als die Warnschilder an der Bundesstraße. Obwohl der Panther immer seltener wird und natürlich vom Aussterben bedroht ist, werden gerade auf dem Highway 41 durch die Everglades jährlich mehrere Panther überfahren.

Das beste Fotomodel

Wer Wildlife sehen möchte ohne vorher mit dem Auto drüberfahren zu müssen, kommt in den Everglades dennoch auf seine Kosten. Alligatoren, Schildkröten und Vögel, Vögel, Vögel. Wie üblich bei Wildlifebegegnungen ist das Auffinden manchmal nicht ganz einfach, aber ein paar Alligatoren sollten eigentlich für jeden zu finden sein. Einen vollen Artikel zu meinem Besuch der Everglades inkl. vieler weiterer Infos findet ihr hier.

An den Stränden von Clearwater

Nachdem ich mich von den Manatis im Manatee Viewing Center nahe Tampa losreisen konnte, machte ich mich schleunigst auf den Weg nach Clearwater. Bilder von feinstem, weißen Sandstrand und so illustre Namen wie Honeymoon Island lassen einen schon das Salz der Meeresbrise schmecken.

Manati am Manatee Viewing Center

Da Honeymoon Island auch tatsächlich als das Aushängeschild der hochgelobten Strände Clearwaters zählt, besuchte ich den gleichnamigen State Park. Wieder überzeugte mich die sehr gute Infrastruktur des Parks, doch leider war der Strand nicht ganz nach meinen Erwartungen. Zwar konnte man seine Füße tatsächlich in weißem Puderzucker versenken, allerdings wollte die braune Farbe des Meeres nicht so Recht zur Idylle passen. Dennoch machte ich mich auf, am Strand entlang bis zur einige Kilometer entfernten Spitze der Insel zu laufen.

Der Strand von Honeymoon Island

Das Wasser wurde immer grüner und sauberer je weiter ich mich nach Norden vorarbeitete und schlussendlich an der Spitze angekommen, schlug mir die Schönheit der Insel breit in’s Gesicht. Fast alleine konnte ich diesen Ort, die Sonne und das Meer in mich aufsaugen um daran in den kalten, deutschen Wintertagen zu zehren.

Die Spitze von Honeymoon Island

Als ich nicht mal hüfttief in der Brandung stand und vergeblich versuchte die Schönheit dieses Ortes auf Fotos bannen, tauchten plötzlich graue Rückenflossen auf. Nur wenige Meter von mir entfernt glitten mehrere Delphine durch’s Wasser und verfolgten einen Fischschwarm. Hektisch versuchte ich einige Fotos der Tümmler zu knipsen. Ein kleiner Zitronenhai schoß zwischen meinen Beinen hindurch und wollte seinen Teil der Beute abgreifen. Einige Male kehrten die Delphine zurück, bevor sie genau so schnell wieder verschwunden waren, wie sie erschienen.

Delphine vor Honeymoon Island

Voller Euphorie stapfte ich aus dem Wasser. Was für ein unglaubliches Glück, direkt an der Spitze dieser schönen Halbinsel einmal mehr die Schönheit und Unberechenbarkeit des Meeres und seiner Bewohner erleben zu dürfen. Glückselig und in dem Glauben es könnte nicht noch besser kommen, machte ich mich auf den Rückweg. Als ich allerdings eine kurze Pinkelpause hinter den Dünen einlegen wollte, stieß ich auf einen weiteren Anwohner: Eine Klapperschlange zog direkt vor mir vorbei und rollte sich schnell zusammen, als sie mich bemerkte.

Klapperschlange

Keine Ahnung, wie nahe man an eine Klapperschlange ran kann, aber da ich natürlich ein gutes Foto mitnehmen wollte, musste ich das einfach austesten. Ich versuchte die beste Perspektive zu finden, mit möglichst wenig Gras im Weg. Stetig folgte mir die Schlange mit Ihrem Blick und als ich mich bis auf ca. 1,5-2 Meter genähert hatte, fing sie an zu Rasseln. Erschrocken machte ich einen Satz zurück, das war dann wohl erst mal nah genug.

Wirkt jetzt nicht soooo freundlich…

Ich schoß meine Fotos und zog mich langsam zurück um das Tier nicht weiter zu provozieren. Meine erste Begegnung mit einer Klapperschlange hätte ich jetzt nicht direkt hinterm Strand erwartet. Breit grinsend trat ich den Rückweg an und hoffte, dass ich auch im weiteren Verlauf meines Trips so großes Glück mit Tierbegegnungen haben würde.

Florida’s wundervolle Springs

Tief aus dem Erdinnern sprudeln in Florida unzählige Quellen mit glasklarem und meist recht angenehm temperiertem Wasser an die Oberfläche. Die Folge sind Flüsse und von Wasser gefüllte Höhlen, die in ihrer Klarheit und Farbenpracht von smaragdgrün bis tiefblau nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Ein Besuch von einer oder mehreren Springs, die über ganz Florida verteilt sind, ist also obligatorisch.

Devil’s Den

Meine erste Spring-Erfahrung war der wundervolle Weeki Wachee River welchen neben seiner märchenhaften Schönheit, auch die Möglichkeit Manatis zu begegnen, auszeichnet. Früh am morgen hatte ich den glasklaren, türkisen Fluss für mich ganz alleine und hatte die Möglichkeit mehreren Manatis über und unter Wasser zu begegnen. Ein wunderschönes Erlebnis, über das ihr hier mehr lesen könnt.

Kayaking Weeki Wachee

Eine völlig andere Erfahrung ist ein Besuch von Devil’s Den. Hier wird eine Höhle unterirdisch von glasklarem Wasser gespeist. Ein Loch in der Höhlendecke lässt das tiefblaue Wasser geheimnisvoll leuchten und man hat die Möglichkeit in der Höhle zu Schnorcheln und zu Tauchen. Leider ist der Ort recht populär und es wird ein nicht zu knapper Eintritt verlangt, was die Magie von Devil’s Den leider etwas trübt…

Trübes Wasser in Crystal River

Auch in Crystal River gibt es warme Springs, welche den Fluss speisen und jedes Jahr im Winter verantwortlich sind für die größte Manatipopulation Floridas. Es gibt mehrere Manati-Plätze, welche nach einer kurzen Bootsfahrt erreicht werden können, allen voran die berühmten Three Sisters Springs.

Manait an den Three Sisters Springs

Für Wildlife-Enthusiasten definitiv ein MUSS in Florida ist das Schnorcheln mit Manatis und das ist nirgendwo so einfach wie in Crystal River. Anbieter gibt es unzählige, doch nur einen, der bereits vor Sonnenaufgang rausfährt und damit der erste an den Topspots ist. Neo an, eintauchen, abwarten. Die Manatis sind nicht scheu, sondern eher neugierig und nähern sich bis auf Berührdistanz (trotzdem Finger weg!). Ein wunderschönes Erlebnis, diesen sanften Riesen in den flachen, warmen Gewässern von Crystal River zu begegnen. Bis auf die Three Sisters Springs war das Wasser allerdings eher trüb als kristallklar. Weitere Infos zu Crystal River und den Manatis gibt’s hier.

Hollywood gibt’s auch in Florida…

…allerdings ist die Stadt an der Ostküste bei weitem nicht so glamourös wie ihr Pendant an der Westküste. Ich landete hier nach meiner Hai-Expedition auf den Bahamas um noch mal etwas Strand und Sonne zu genießen. Denn genau dafür eignet sich Florida’s Hollywood bestens. Große Hotels, Gästehäuser und Restaurants zu Hauf reihen sich an die kilometerlange Strandpromenade. Noch ein bischen American Lifestyle gefällig bevor’s zurück in’s kalte Deutschland geht?

Wem etwas Sonne und Strand wichtiger sind als der Glamour von Miami Beach der ist in Hollywood genau richtig. Günstige Unterkünfte und die exzellente Anbindung mit der Tri Rail Bahn zum Miami Airport machen Hollywood zur echten Alternative und die Rettungsschwimmertürme gibt’s hier auch, nur nicht ganz so bunt… 😉

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