Ticao Island – Hidden Paradise

Ticao Island – Hidden Paradise

Schon die Anreise war abenteuerlich. Mit einem kleinen Auslegerboot wurden wir von Donsol abgeholt. Der Wind blies uns entgegen und erzeugte einen ordentlichen Wellengang. Wir schaukelten durch die Bucht, vorbei an einigen Walhaien raus auf’s offene Meer und ab jetzt hieß es festhalten. Die Überfahrt dauerte ca. drei Stunden und unsere Nußschale trotzte tapfer den Wellen. Sie  konnte aber nicht verhindern, dass wir durch die zu durchbrechenden Wellenberge bis auf die Unterwäsche völlig durchnässt wurden, genau wie unser Gepäck. Wir fühlten uns wie Schiffbrüchige als wir gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein ankamen und sahen auch so aus.

Ticao Island gehört zu Masbate, eine Inselgruppe an der Südostspitze von Luzon. Das Ticao Island Resort liegt in einer Bucht idyllisch eingebettet zwischen zwei Fischerdörfern, in welchen auch das Personal wohnt. Da es nur ein paar Bungalows gibt werden auch nicht viele Gäste beherbergt und so waren wir zeitweise nur zu viert. Viel gibt es nicht zu tun und das ist auch gut so. Man kann morgens und abends die Einheimischen am Strand beobachten, die von einem Dorf in’s andere laufen, in der Hängematte entspannen oder im Meer baden.

Klar, Tauchen kann man auch, was wir auch taten. Wobei das Ganze ebenfalls etwas abenteuerlich war. Niemand wollte unser Brevet sehen oder wissen ob wir schon mal Tauchen waren. Einfach Ausrüstung nehmen, mitfahren und Tauchen. Leider hatte N. gleich beim ersten Tauchgang einige Probleme. Wir mussten viel zu schnell viel zu weit abtauchen, ohne die Ausrüstung gecheckt zu haben und so tauchten wir genauso schnell wieder auf. Die folgenden Tauchgänge setzte sie dann aus. Was ich dort erlebt oder eben nicht erlebt habe könnt ihr HIER lesen.

Rückkehr zum Resort

Ein eindrückliches Erlebnis hatten wir eines Nachmittags. Als wir am Tauchplatz ankamen war der Horizont pechschwarz und wir rechneten mit einem ordentlichen Gewitter. Nichtsdestotrotz gingen wir Tauchen. Als wir jedoch nach ca. einer Stunde wieder auftauchten trauten wir unseren Augen kaum. Wir konnten nur wenige Meter weit sehen. Die Bootscrew hatte unsere Ersatzmasken oder Sonnenbrillen auf und sich Handtücher um Mund und Nase gewickelt. Die Luft war erfüllt von Unmengen Staub und es herrschte ein ordentlicher Wellengang. Wir kletterten auf’s Boot, wickelten uns ebenfalls Handtücher um’s Gesicht und machten uns auf zum Resort. Wie wir erfuhren war auf der Nachbarinsel ein Vulkan ausgebrochen und wir befanden uns mitten in der niedergehenden Aschewolke. Wir kamen am Resort an, die Aschewolke im Rücken wurden wir angewiesen uns im Bungalow zu verbarrikadieren und nicht nach draußen zu gehen. Nach ein paar Stunden war der Spuk vorbei und alles, wirklich alles bedeckt von einer grauen Ascheschicht. Der komplette Strand, die Palmen, die Bungalows und das offene Restaurant. Es wurde von allen mitangepackt um den Staub wieder einigermaßen loszuwerden, so wurde das komplette Möbiliar des Restaurants einfach in’s Meer geworfen um den Staub loszuwerden.

Neben dem Strand mündet ein Fluss in’s Meer der Zugang ist in ein angrenzendes Mangrovengebiet. So charterten wir uns in einem der Dörfer ein Fischerboot um am Folgetag dorthin einen Ausflug zu machen. Als wir am nächsten Morgen aufbrechen wollten, hieß es plötzlich dass das nicht möglich sei und nach langem Fragen sagte man uns, dass in den Mangroven Rebellen leben und das Militär angerückt ist um diese auszuräuchern und es aktuell zu gefährlich ist in diese Region zu fahren. Naja, das Boot hatten wir ja trotzdem und so wurde kurzerhand das gesamte Resortpersonal eingepackt und wir fuhren in den nächsten größeren Ort. Fragt mich nicht wie der Ort hieß, keine Ahnung, aber so oft scheinen Weiße hier nicht durch zu kommen. Als wir die Hauptstrasse entlang liefen wurden wir beäugt wie Außerirdische und alle waren interessiert wo wir wohl hingingen. Nach einigen Einkäufen kehrten wir in eine kleine Bar ein, bestellten ein paar Drinks und dann konnte die Party losgehen. Egal wie abgeschieden und einfach die Gegend sein mag, es gab doch überall Karaokemaschinen und die Philippinos stehen da voll drauf. Allerdings singen selbst die Männer auf Grund ihrer hohen Stimmen meist Songs von weiblichen Sängerinnen und das verdammt gut. Da ich eine tiefe Stimme habe und natürlich alle hören wollten wie sich ein Touri “zum Affen macht”, sang ich irgendwann mit. Metallica, Nirvana, Bon Jovi… Can you sing this one, and that one? War wohl ein Riesenspass, auch wenn mein Gesang sicher grenzwertig war. Vor dem Aufbruch entschieden wir uns die Rechnung für die gesamte Gruppe zu übernehmen, ca. 20 Personen, Bier, eine Flasche Rum, Softdrinks und staunten nicht schlecht als wir mit Trinkgeld letztendlich ganze 12 Euro bezahlten. Ja, auf den Philippinen kann man noch günstig feiern….;-)

Insgesamt verbrachten wir auf Ticao nur fünf Nächte, waren aber doch etwas wehmütig als wir den Ort verlassen mussten und das lag nicht an dem umfangreichen Freizeitangebot sondern an der absoluten Herzlichkeit der Menschen dort. Jeden Tag mit einem Lächeln begrüßt zeigten uns die dort arbeitenden Menschen ihr Dorf, erzählten von Ihrem Leben, halfen uns bei Problemen und nahmen uns wenn es an’s Feiern ging wie selbstverständlich in ihre Gemeinschaft auf. Dieser Ort strahlt nicht nur wegen Sonne, Strand und Palmen, sondern vor allem auch durch die Herzlichkeit der Menschen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert wenn man in der Gegend ist.

 

Reisezeitraum: Februar 2011

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