Bohol: Makis and Muckdiving

Bohol: Makis and Muckdiving

Den Abschluss unserer dreiwöchigen Philippinenreise bildete die Insel Bohol. Nach einem Flug von Legazpi nach Cebu, einer eiskalten Fährfahrt nach Tagbilaran und einer halsbrecherischen Autofahrt über die halbe Insel erreichten wir schließlich unsere Unterkunft für die nächsten zehn Tage. Das Bituon Beach Resort. Wunderschöne Bungalows, eingebettet in die tropische Landschaft liegt das Resort hoch erhoben auf Karstfelsen über türkisem Ozean und artenreichem Hausriff.

Unser Hauptaugenmerk lag hier ganz klar auf Tauchen. Neben der wahnsinnig artenreichen Unterwasserwelt hat Bohol aber noch einiges mehr zu bieten. Vom Massentourismus noch nahezu verschont, bietet die Insel einige lohnenswerte Ausflugsziele. Allen voran natürlich die weltbekannten Chocolate Hills. Dies ist eine Gruppe von 1268 halbrund und kegelförmig geformten Hügel ca. in der Mitte der Insel. Die Hügel sind mit Gras bewachsen das sich in der Trockenzeit braun verfärbt und den Hügeln ihren Namen eingebracht hat. Wir machten uns auf den Weg dorthin. Stilecht im (oder besser auf) einem Jeepney. Diese für die Philippinen typischen Fahrzeuge sind umgebaute Jeeps, verlängert, mit starken Motoren und Sitzbänken ausgestattet werden sie als öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Und da man natürlich mit doppelter Fahrgastanzahl auch doppelt Geld verdienen kann ist es nicht unüblich auf dem Dach mitzufahren. Anfangs ein schöner Spass den Fahrtwind zu genießen und die Landschaft bewundern zu können, wurde die Fahrt auf dem Dach nach mehreren Stunden und in der Abendzeit durchaus etwas unangenehm. Naja, nur die Harten kommen in Garten!

Was auf der Fahrt über die Insel auch sofort auffällt ist die ungeheure Freundlichkeit der Menschen. Überall wird uns gewunken oder ein Gruß zu gerufen. “Welcome to bohol”! Schön wenn man so willkommen geheißen wird. Da wir den ganzen Tag unterwegs waren und es selbstverständlich auf Bohol keine Rasthöfe gibt, hielten wir hin und wieder einfach an Privathäusern und fragten ob wir kurz die Toilette benutzen dürfen. Kein Problem, wir wurden gefragt wo wir hin wollen und manchmal noch mit Tipps versorgt. In Deutschland undenkbar, aber da kann man ja auch bei Mc Donalds aufs Klo gehen ;-).

Die Chocolate Hills

Die Chocolate Hills sind jetzt nicht mega-spekakulär, aber auf jeden Fall schön anzusehen, zumal diese geologische Formation weltweit absolut einzigartig ist und niemand so genau weiss wie sie entstanden sind. Selbstverständlich gibt es auf Bohol diverse Legenden wie die Berge entstanden sind. Eine dieser Geschichten besagt, dass die Hügel die Tränen eines Riesen sind der unglücklich in eine sterbliche verliebt war. Am besten ist dieses Wunderwerk zu bestaunen von der Aussichtsplattform in der Nähe des Ortes Camen, welche auf den mit 120 m höchsten Hügel gebaut wurde und eine super Aussicht bietet.

Natürlich bietet Bohol auch diverse Dschungel-Trecks, von welchen wir an einem kurzen Treck zu einem Wasserfall teil nahmen. Eigentlich sollte es möglich sein im Becken vor dem Wasserfall zu baden und im flachen Fluss über die Steine weiterzumarschieren. Da es seit Wochen täglich geregnet hatte war die Ausgangssituation aber eine andere und gestaltete sich als relativ abenteuerlich. Wir starteten in den Reisfeldern und arbeiteten uns zum Wald vor. Der teilweise sehr steile Abstieg zum Wasserfall war extrem rutschig und so rutschten wir immer wieder mehrer Meter den Hang runter. Unten angekommen wollten wir im ansonsten relativ flachen Flussbett weiter laufen. Es stellte sich allerdings heraus, dass auch dieser Plan nicht ganz aufging. Der Fluss war zu einem reisenden Strom angeschwollen und flach wir hier gar nichts mehr. Wir sicherten uns aneinander mit Seilen, nahmen die Rucksäche auf den Kopf und versuchten uns irgendwie an den Sträuchern am Ufer festzuhalten, um nicht von der Strömung mitgerissen zu werden. Als allerdings der vordersten Person das Wasser schon auf Brusthöhe stand und ein festhalten immer schwieriger wurde brachen wir den Treck ab und machten uns auf den Rückweg. Nicht ganz nach Plan, abenteuerlich, sauanstrengend aber super spassig. Was dann weniger spassig war, war die Rückfahrt auf dem Dach eines Jeepneys bei strömenden Regen, das kann dann auch in den Tropen verdammt kalt werden. Und ‘ne warme Dusche hatten wir auch nicht….;-)

Koboldmaki oder Tarsier

Außer acht lassen möchte ich auch nicht die in der Überschrift erwähnten Makis, Koboldmakis um genau zu sein. Eine der kleinsten Primatenarten, verbreitet vor allem in Südostasien und heimisch auf einigen Inseln der Philippinen. Den Affen zu begegnen ist nicht ganz unkritisch. Die eigentlich nachtaktiven Tiere sind vom Aussterben bedroht, da ihnen wie bei so vielen Tieren immer mehr ihres Lebensraums genommen wird. In freier Wildbahn, gerade auf den Philippinen, wohl nur sehr schwierig zu entdecken werden einige Tiere auf Bohol in Auffangstationen gehalten, die man als Tourist besuchen kann. Ob das die richtige Form ist, die Erhaltung der Tiere zu unterstützen wage ich allerdings zu bezweifeln. Da durch den Besuch der Touristen natürlich auch Geld gemacht wird und landen so bestimmt einige Affen mehr in den Stationen wie eigentlich möglich. Dennoch besuchten wir einige der Makis und waren von diesen kleinen Tieren mit Ihren riesigen Augen absolut beeindruckt. Ist schon Wahnsinn, was die Natur an wunderbaren Lebewesen hervorbringt. Ich hoffe dass den Makis auf den Philippinen noch lange Raum zum Leben zur Verfügung steht. Wir haben uns vorgenommen uns auch noch mal in freier Wildbahn auf die Suche nach den Tieren zu machen. Bei einer Nachtsafari in einem der Nationalparks auf Sulawesi, welches wir auf unserer Weltreise besuchen wollen, soll eine Sichtung relativ wahrscheinlich sein.

Viel zu schnell mussten wir uns von Bohol, seinen herzlichen Menschen, seinen wundersamen Tieren und beeindruckenden Landschaft wieder verabschieden. Aber der Planet ist einfach zu groß und wir haben noch so viel vor……

Reisezeitraum: Februar 2011

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