Auf der Jagd nach den Big 5 – Safari im Kruger National Park

Auf der Jagd nach den Big 5 – Safari im Kruger National Park

Nur das dumpfe Licht der handgehaltenen Scheinwerfer erhellte die Büsche links und rechts des schmalen Feldwegs. Langsam tuckerten wir durch die Nacht, alle Sinne in Hab-Acht-Stellung, immer auf der Suche nach verräterischen Bewegungen im Unterholz oder dem Aufblitzen leuchtender Augen im vorbeihuschenden Lichtschein. Viele Augen, Impalas! Für die zierlichen Antilopen hält hier keiner mehr an. Krachen in den Büschen, Elefanten. Schon eindrucksvoller, doch schöner bei Tag. Auch ein grasendes Nilpferd flüchtete gemächlich aus dem Lichtschein. Aber interessanter als die großen Tiere die man tagsüber viel besser beobachten kann, sind die nachtaktiven und so startete ich meine Zeit im Kruger Nationalpark gleich mal mit einer Nachtsafari auf der Suche nach allem was gerne nachts umherschleicht, bevorzugt Katzen… 😉

Der Kruger Nationalpark

Der Kruger Nationalpark wurde 1898 vom damaligen Präsidenten Paul Kruger unter dem Namen Sabie Game Reserve gegründet da man in Südafrika dem immensen Rückgang des Wildes Einhalt gebieten wollte und zur Schaffung eines Jagdreservats. 1926 wurde das Reservat zum Nationalpark umgewandelt, erhielt seinen heutigen Namen und wurde für die Öffentlichkeit geöffnet. Vor einigen Jahren wurden auch die Zäune zu den Privaten Reservaten im Westen und Norden des Parks entfernt und die Gesamtfläche der Schutzzone damit auf 350.000 km² erweitert. Auch ist der Park seit kurzem verbunden mit dem Limpopo Nationalpark in Mosambik und formt damit eines der größten Wildschutzgebiete Afrikas. Der in Südafrika liegende Kruger Nationalpark gehört sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten afrikanischen Nationalparks in denen Besucher hoffen die “Big 5” zu Gesicht zu bekommen.

Coole Frisur!

Planung und Organisation einer Safari im Kruger Nationalpark

Über die in Südafrika sehr gut ausgebauten Fernstraßen ist der ganz im Nordosten des Landes liegende Park schnell erreicht. Die Übernachtungsmöglichkeiten scheinen unübersichtlich, man bekommt aber schnell einen Durchblick. Prinzipiell hat man die Wahl zwischen privaten Lodges oder den staatlich geführten Camps. Ich entschied mich für zweiteres und übernachtete für kleines Geld in den feststehenden Safarizelten innerhalb der Camps was ich absolut weiterempfehlen kann. Auf Safari oder Game Drive kann man im Kruger alleine mit eigenem Fahrzeug gehen, was wirklich ein tolles Erlebnis ist oder mit von den Camps organisierten Ausfahrten und Bushwalks. Der Vorteil der organisierten Touren ist ganz klar, dass viele Augen und natürlich vor allem die des Guides oft mehr sehen, als man selbst entdecken würde. Der Nachteil: Gerade bei den großen Camps ist der Game Drive leider eine Massenveranstaltung.

Wartet auf den Bus…

Auf der Jagd nach den Big 5

Das primäre Ziel der Guides und auch der meisten Besucher ist es die “Big 5” zu Gesicht zu bekommen. Der Begriff kommt aus den Zeiten der Großwildjagd und umfasst die fünf am schwierigsten zu erlegenden Tiere Afrikas: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant, Nashorn. Tatsächlich hat der Park natürlich noch viel mehr zu bieten und auch die an jeder Ecke anzutreffenden Impalas sind schön anzusehen.

Impalas

Ich habe keine organisierte Ausfahrt erlebt auf der wir alle “Big 5” sehen konnten. Elefanten, Nashörner und Büffel sind relativ häufig anzutreffen und auch Löwen konnte ich mehrere Male sehen, Leoparden machen sich allerdings ziemlich rar.

Trotz Wilderei im Kruger noch relativ häufig…

Als ich allerdings an meinem letzten Safaritag alleine unterwegs war, kamen mir die “Big 5” innerhalb eines Vormittags vor die Kamera. Und nicht nur das. Ganz alleine, als einziges Fahrzeug stand ich mitten in einer Elefantenherde und konnte die großen und kleinen Dickhäuter beobachten, die nur zwei Meter neben meinem Auto grasten und sich mit Schlamm bespritzten. Eines meiner Safari-Highlights.

Oft anzutreffen aber immer wieder schön…

Auf Safari im Kruger Nationalpark

Neben den “Big 5” hat der Park natürlich noch viel mehr zu bieten. Zebras, Giraffen und Kudus kann man beobachten. Hyänen, Hippos und die stark vom Aussterben bedrohten afrikanischen Wildhunde kreuzten meinen Weg.

Süß oder hässlich?

Außergewöhnliches Glück hatte ich gleich zweien der hier eher seltenen Geparden begegnen zu dürfen und auch die Tiere bei den Nachtfahrten waren echt interessant. Ich wusste nicht, dass es so viele kleine Raubkatzen im afrikanischen Busch gibt. Zibetkatze, Serval und Ginsterkatze streunen mit Stachelschweinen durch die Nacht und gehen auf die Jagd.

Gepard in Chillfunktion…

Die privaten Game Reserves

Neben dem Hauptpark und den dort zu findenden Camps gibt es nördlich und westlich mehrere private Game Reserves, größtenteils mit kaum bezahlbaren Luxusunterkünften als einzigen Übernachtungsmöglichkeiten. Vorteil der privaten Reservate ist, dass man ohne jeden Zaun direkt im Busch übernachtet und dass die Ranger sehr engagiert sind ihren zahlungskräftigen Gästen auch etwas zu präsentieren und hierfür auch mal zu Fuss Spuren verfolgen oder querfeldein fahren um näher an die Tiere heranzukommen.

Manchmal kommen die Tiere allerdings auch von alleine nahe, so wie dieser kleine Elefant.

Zumindest eine Nacht wollte ich mir den Luxus aber vor allem die erhöhten Chancen auf außergewöhnliche Tierbegegnungen gönnen. So fuhr ich nach Norden in’s Klaserie Reserve und verbrachte eine Nacht im schönen und noch einigermaßen bezahlbaren Nthambo Tree Camp.

Wer beobachtet hier wen?

Kurz nach meiner Ankunft ging’s auch gleich schon los zum ersten Game Drive und was soll ich sagen? Die Investition hat sich gelohnt! In stockfinsterer Nacht entdeckten wir drei Löwen die die Wärme der asphaltierten Park-Hauptstrasse genossen und sich nicht daran störten, dass wir uns nur drei Meter entfernt neben ihnen positionierten. Unter den dreien war eine von weltweit nur etwa 20 wild lebenden weißen Löwinnen. Ein unbeschreibliches Gefühl diesen imposanten Tieren so nahe sein zu dürfen und ein weiteres Highlight meiner Zeit im und um den Kruger Nationlpark.

Weiße Löwin…
…und ihr Beschützer.

Anfangs war ich skeptisch ob es in einem so großen und viel besuchten Park wie dem Kruger noch möglich ist vielen Tieren zu begegnen und schöne außergewöhnliche Safaris zu erleben. Aber ich muss zugeben, der Park wird seinem guten Ruf absolut gerecht und das gar nicht mal so hohe Eintrittsgeld ist den Besuch absolut wert. Die Mischung aus geführten Ausfahrten und Game Drives mit dem eigenen Fahrzeug ist unschlagbar und der Besuch eines privaten Game Reserves hat für mich dem ganzen schließlich die Krone aufgesetzt.

Kruger, ich komme wieder!

 

 

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