Aitutaki – Die schönste Lagune der Welt?

Aitutaki – Die schönste Lagune der Welt?

Unbeschreiblich! Überwältigend! Atemberaubend! Das sind nur einige der Adjektive, die Leute verwandten um mir Aitutaki und die es umschließende Lagune zu beschreiben. Die kleine Insel im Norden der Cook Islands sollte einer der paradiesischsten Orte auf unserem Planeten sein. Klar, dass ein Besuch von Aitutaki auf meiner Reise durch den Südpazifik nicht fehlen durfte. Ich bin ja schon etwas rumgekommen und nicht mehr ganz so leicht zu beeindrucken. Zudem hatte ich nur Tage bzw. Wochen vorher die Inselgruppen von Tonga und Fiji besucht, die auch nicht gerade mit Reizen geizen. Und Aitutaki sollte das noch übertreffen? Ich war skeptisch! So bestieg ich, als einziger Passagier, eine kleine Propellermaschine die mich von Rarotonga, der Hauptinsel der Cook Islands, nach Aitutaki bringen sollte um sie zu finden: Die schönste Lagune der Welt!

Die Cook Islands sind ein kleiner Archipel von grünen Koralleninseln in der riesigen Wasserwüste des Pazifiks. Obwohl unabhängig assoziieren sich die Cooks freiwillig mit Neuseeland und wären, wie auch fast alle anderen Inselstaaten im Südpazifik, ohne Finanzspritzen von den Kiwis nicht überlebensfähig. Nur knapp 20.000 Menschen leben auf den Inseln, die neben ihrem nationalen auch einen neuseeländischen Pass besitzen, was dazu führt dass viele junge Leute die Inseln verlassen, um „Übersee“ ihr Glück zu suchen. Die Cookinseln teilen sich auf in eine nördliche vorwiegend aus Atollen bestehende Inselgruppe mit der Hauptinsel Rarotonga und eine südliche mit dichter Vegetation bedeckte Inselgruppe. Die ersten Europäer setzten hier 1595 ihren Fuss auf den Boden und segelten unter spanischer Flagge. Zwischen 1773 und 1779 besuchte Kapitän James Cook die Inseln mehrfach und sogar Kapitän William Bligh landete 1789 mit der Bounty auf Aitutaki. Zu diesem Zeitpunkt waren die Inseln unter verschiedenen Namen bekannt. Erst im 19. Jahrhundert tauchten sie das erste Mal auf Seekarten auf und wurden zu Ehren des großen englischen Seefahrers James Cook nach ihm benannt.

Ab nach Aitutaki

Im September 2015 setzte dann auch ich endlich meinen Fuss auf den Boden von Aitutaki und hatte, obwohl ich der einzige Passagier war, trotzdem mein eigenes Begrüßungskomitee. Bestehend aus einer sympathischen Cook Islanderin, die mich zur Begrüßung umarmte und mir ein fröhliches „Kia Orana“ entgegenschmetterte und Travour von Matriki Beach Huts, der sich darüber amüsierte. Die Wege auf Aitutaki sind kurz und so dauerte die Fahrt bis zur Unterkunft auch nur ein paar Minuten. Das Matriki liegt am schönsten Strandabschnitt der Insel und ist ein Ort, an dem man sich wirklich wohl fühlen kann. Hier passt einfach alles: super Lage, schöne Hüttchen, nette Menschen und mehrere süße Katzen ;-)! Von hier aus machte ich mich die nächsten Tage auf, die Insel und vor allem natürlich die Lagune zu entdecken.

Die Katzen von Matriki

Mit dem Fahrrad oder Motorroller lässt sich Aitutaki locker innerhalb eines Tages erkunden. Ein paar kleine Ansiedlungen, einige Hotels, der Flughafen und der ehemalige überdimensionierte US-Airstrip, das war’s dann eigentlich auch fast schon. Unbedingt lohnenswert ist ein Fußmarsch auf den „höchsten Berg“ der Insel, der mit 124 Metern zwar nicht wirklich herausfordernd ist, aber einen sehr schönen Ausblick auf die Lagune zu beiden Seiten bietet und einen ersten Eindruck verschafft, warum diese so hoch gelobt wird.

Blick auf die Lagune der Westseite

Das absolute Highlight ist dann aber tatsächlich die Lagune. Aitutaki ist komplett von einem Riff eingeschlossen und der einzige Durchgang befindet sich am Hafen der Insel. Zwischen Riff und Insel befindet sich eine Lagune die der oben genannten Adjektive mehr als würdig ist. Auf der Westseite der Insel an welcher sich die schönsten Strände befinden, ist die Lagune schön, aber nicht spektakulär und das Riff nicht weit entfernt. Auf der Ostseite hingegen liegt zwischen Außenriff und Insel eine riesige in allen erdenklichen türkistönen schimmernde Badewanne, in welcher sich 15 Motu (kleine unbewohnte Inseln) und unzählige kleine Riffe befinden.

Motu in der Lagune von Aitutaki

Es gibt verschiedene Arten die Lagune kennenzulernen, doch wenn man bis zu den weiter entfernten Motu möchte, was unbedingt zu empfehlen ist, dann ist ein Boot unabdingbar. Selbstverständlich gibt es auch hier organisierte Touri-Touren inklusive Bespaßung und wer darauf steht findet vor Ort leicht Infos. Wer die Lagune in kleinerer Gruppe und etwas individueller erleben möchte muss sich etwas durchfragen. Ich hatte das Glück, das meine Unterkunft selbst Ausfahrten durchführte, die absolut super waren.

Mein persönliches Highlight war ein Sonntag (und zufällig auch mein Geburtstag ;-)), den wir auf der Motu „One Foot Island“ verbrachten. Ich bin ja nun wirklich schon etwas herumgekommen, doch dieser Ort ist ungelogen der Schönste den ich jemals sehen durfte. Überwältigend? Atemberaubend? Auf jeden Fall! Doch am besten passt hier wirklich „unbeschreiblich“, deshalb möchte ich auch gar nicht zu viel darüber schreiben sondern lieber die Bilder dieses Ortes sprechen lassen:

Wer einmal hier gewesen ist, ist für den Rest seines Lebens versaut. Gegen diesen Ort kann so schnell nichts „anstinken“. Nur die Bewohner Bora Bora’s sind da anderer Meinung und behaupten doch tatsächlich, dass ihre Lagune die Schönheit Aitutaki’s noch übertrifft. Sobald ich diese Behauptung überprüft habe (wird leider eher noch etwas dauern) werde ich selbstverständlich darüber berichten.

Vor dem Besuch von „One Foot Island“ mit seinen leuchtend weißen Stränden, satt grünen Palmen und wunderschönen Sandbänken, die sich im Türkis des Meeres verlieren, war ich skeptisch, ob die Lagune von Aitutaki ihrem Ruf als schönste der Welt wirklich gerecht werden würde. Doch nachdem ich diesen Ort sehen durfte bin ich überzeugt: Wenn es so etwas wie das Paradies wirklich gibt, dann liegt es definitiv in der Lagune von Aitutaki!

Natürlich hab‘ ich auf den Cook Islands auch einen Blick unter die Wasseroberfläche geworfen und wurde auch dort mit „größeren“ Dingen überrascht als ich mir vorgestellt hätte, davon mehr im nächsten Beitrag…

 

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