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Arequipa – Die weiße Stadt und das wilde Wasser

Arequipa gilt als die schönste Stadt Perus und wird diesem Ruf mit Geschichtsträchtigkeit und einer gehörigen Portion Charme mühelos gerecht. Die Straßenzüge der Innenstadt erstrahlen in einen kolonialen Glanz längst vergangener Zeit, als spanische Konquistadoren dem Kontinent für alle Zeit ihren ebenso blutigen wie christlichen Stempel aufdrückten. Wenn man vorbei schlendert an den vielen Kirchen und Prachtgebäuden der Altstadt wähnt man sich in einer europäischen Kultur-Metropole. Nur die Tatsache dass die Türsteher vor den In-Clubs schusssichere Westen tragen erinnert einen in Arequipas Zentrum daran dass man sich in einem Entwicklungsland befindet, in dem sich nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung den Pisco Sour in einer der angesagten Bars leisten kann.

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Der Colca Canyon und die Kondore – Superlative unter sich

Der Colca Canyon, ein Ort an dem selbst die größten Vögel Südamerikas winzig klein wirken. Bis sie mit ihren ausgebreiteten riesigen Flügeln direkt über die Köpfe der wartenden Beobachter rauschen. Steilwände die ins nichts abzufallen scheinen und terrassenförmiger Ackerbau über mehrere Klimazonen. Temperaturen um den Gefrierpunkt an den Rändern der Schlucht und eine von Palmen bestandene Oase in tropischer Wärme am tiefsten Punkt. Das Spektrum des zweittiefsten Canyon der Welt könnte weiter kaum sein. Die meisten Besucher werden angezogen von seinen berühmten Bewohnern. Der beste Platz weltweit um den größten Greifvögeln der Erde, den Andenkondoren, nahe zu kommen thront auf rund 3300 m und bietet nicht nur die Möglichkeit die Vögel beim Aufstieg aus der Schlucht zu beobachten, sondern auch atemberaubende Ausblicke in den Colca Canyon.

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Menschen im Schilf – Puno und die Uros

Was ist gelebte Tradition und was Teil eines touristischen Theaterstücks? Diese Frage muss man sich zwingend stellen, wenn man die Schilfinseln der Uros nahe der Stadt Puno in Peru besucht. Eines der Highlights der Gegend am riesigen Titicacasee das zum einen zum Erhalt der Traditionen der Uros beiträgt, zum anderen diese aber sicherlich auch wesentlich verfälscht um sie touristisch interessanter zu machen. Auch Peru ist im 21. Jahrhundert angekommen und obwohl sich die Zahl der Smartphone-Nutzer noch in Grenzen hält wird es doch sicherlich immer schwieriger die jüngere Generation zu überzeugen ein Leben auf kleinen Inselchen komplett aus Schilf zu führen, ohne Strom, ohne Wifi, ohne Perspektive…

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Copacabana und die Isla del Sol

Klar, bei Copacabana denkt man als erstes an Palmen, weißen Sandstrand und leicht bekleidete Brasilianerinnen. Doch der berühmteste Stadtteil von Rio de Janeiro war nicht der erste Ort mit dem wohl klingenden Namen. Er wurde benannt nach einem kleinen Städtchen im Nordwesten Boliviens. Direkt am sagenumwobenen Titicacasee übte Copacabana wohl eine Menge Faszination aus, so dass auch noch einige andere Orte nach ihr benannt wurden. Eine wichtige Rolle dafür spielte womöglich die Nähe zur Sonneninsel „Isla del Sol“, die der Legende nach die Geburtsstätte des ersten Inkas sein soll. Noch heute kann man sich dort auf die Spuren der Inka begeben, deren Ruinen besuchen und das originale Copacabana kennenlernen. So viele Strandschönheiten wie in Brasilien trifft man am höchst gelegenen schiffbaren See der Welt allerdings nicht…

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Madidi – Zu Fuss durch den bolivianischen Dschungel

Keine organisierte Tour! Kein Bett! kein Komfort! Den wirklichen Dschungel wollte ich erleben, ohne den ganzen Touristen Schnick Schnack und mich auf die Suche nach den im Madidi-Nationalpark lebenden Jaguaren machen. Auf den Spuren berühmter Expeditionen hoffte ich mich durchs Unterholz zu kämpfen, verschwitzt aber glücklich den Spuren der gefleckten Großkatze zu folgen. Ich wollte lernen wie die teilweise immer noch von der Außenwelt abgeschnittenen Stämme Südamerikas sich ernähren und sich den Dschungel zu Nutze machen. Unmengen Moskitostiche, Ameisenbisse und Sandflohattacken später musste ich meine romantischen Vorstellungen des Lebens im Dschungel definitiv überdenken, doch eine außergewöhnliche Erfahrung war es allemal…

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Boliviens Pampas – Wo sich Kaiman und Delphin gute Nacht sagen

„Das ist irgendwo mitten in den Pampas“ ist ein Satz den ich über die Jahre immer dann gehört habe, wenn irgendein Ort ziemlich abgelegen oder einsam ist. Nun führte mich meine Reise doch tatsächlich in diese Pampas und ich kann euch versichern: Nichts von dem was ihr immer meintet was dort sein soll ist wirklich dort. Die Abwesenheit der ganzen Orte die in den Pampas liegen sollen und deren Bewohner erklärt dann vielleicht auch den immensen Tierreichtum des bolivianischen Feuchtgebiets an den Ausläufern des mächtigen Amazonas. Vögel, Schildkröten, Affen, Schlangen, Kaimane und selbst die rosa Flussdelphine bekommt man bei einer Fahrt auf den von Piranhas bevölkerten Flussarmen zu Gesicht. Drei Tage verbrachte ich in den Pampas um all diesen Geschöpfen, die man sonst nur in irgendwelchen Dokus zu Gesicht bekommt, nahe zu kommen und ich kann euch sagen, es war verdammt nahe…

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La Paz – Zebras, Hexen und Cholitas

Mehrere Male wurde ich vor La Paz und seinen Bewohnern gewarnt. Eine schreckliche Großstadt die einen mit Haut und Haaren bzw. mit Kreditkarte und allen sonstigen Wertsachen verschlingt sollte es sein. In San Pedro de Atacama warnte mich sogar ein Brasilianer aus dem Großstadtmoloch Sao Paolo vor La Paz und meinte er habe sich noch nie so unsicher gefühlt wie in Boliviens größter Stadt. Als ich schließlich nach einer eiskalten Nachtbusfahrt um 5 Uhr morgens am Busbahnhof ausgespuckt wurde war ich doch etwas verunsichert. Per Taxi ging’s zum Hostel und nach penetrantem Dauerklingeln machte mir tatsächlich jemand die Tür auf so dass ich mich in’s Innere retten konnte. Ich erwartete Ärger für mein frühes Erscheinen. Doch genau wie der Taxifahrer war auch der Mitarbeiter des Hostels sehr nett, gab mir trotz der frühen Stunde schon eine Menge Tipps und bot mir sogar gleich ein Frühstück an. Dieser erste Eindruck passte so gar nicht zu dem Bild, dass mir im Vorfeld von La Paz gezeichnet wurde und es sollte sich herausstellen, dass mein Eindruck von La Paz ein völlig anderer sein würde…

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Huayna Potosi – Bis an die eigenen Grenzen und darüber hinaus

Schritt um Schritt quälten wir uns durch die Nacht auf dem Huayna Potosi, bohrten die Steigeisen in den Schnee und ließen die Eisaxt niedersausen, meist mehr um die Anstrengung zu kompensieren als aus Notwendigkeit. Ein eisiger Wind blies uns auf den Ebenen entgegen und trübte etwas die Freude darüber, wenn es gerade mal nicht so steil bergauf ging. Gegenseitig versuchten wir uns zu motivieren dass wir doch bald oben wären und verfluchten die Entscheidung, dass wir uns auf diese Bergbesteigung eingelassen hatten. Unser Guide meinte noch am Vortag dass der Erfolg nur 30% von unserer körperlichen Fitness und 70% vom eisernen Willen abhing es bis zum Gipfel schaffen zu wollen. Irgendwie beruhigend, denn mein Körper wollte eigentlich schon lange nicht mehr. Doch wir kämpften uns weiter voran, in der Hoffnung zum Sonnenaufgang oben zu sein, auf 6088 m, dem Gipfel des Huayna Potosi…

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Durch das Altiplano und den Salar de Uyuni – Kalt, weiß und wunderschön

„Que paso, amigo de Alemania?“ Warum ich so lange brauchte, wollte unser Fahrer wissen, als wir noch vor dem Morgengrauen unsere Rucksäcke auf dem Dach des Jeeps verstauten. Wir mussten uns beeilen um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Als ich rund eineinhalb Stunde später völlig außer Atem und dennoch durchgefroren bis aufs Mark auf dem Plateau einer Kaktusinsel ankam musste ich einmal mehr feststellen, dass sich frühes Aufstehen hin und wieder doch lohnt. Der Ausblick war überwältigend und nach und nach trudelten Jeeps mit Reisenden ein, die sich auf dieser Insel den Sonnenaufgang über dem größten Salzsee der Welt ansehen wollten. Tatsächlich war es ein beeindruckendes Spektakel, als die unendlich zu scheinende weiße Ebene des Salar und die unzähligen Kakteen der Insel in rot und goldenes Licht getaucht wurden. Doch ein Spektakel ist nicht nur der Salzsee, sondern auch der Weg dorthin, durch das Altiplano in den Salar de Uyuni….

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San Pedro und die Atacamawüste – Berge, Sand und Superlative

Langsam aber unaufhörlich schälte sich der kleine Ort San Pedro aus dem Staub der Atacama Wüste als ich mit einem Sammeltaxi von Calama auf dem Weg dorthin war. Dichte, schwarze Gewitterwolken raubten uns den Blick auf die Anden und ließen das Dorf wie eine dunkle Oase in der staubigen Einöde der trockensten Wüste der Welt wirken. Es hatte geregnet, obwohl es hier eigentlich so gut wie nie regnet. An der Grenze zu Bolivien und Argentinien hatten heftige Schneestürme gewütet und eine Weiterreise für alle Weiterreise-willigen, zu welchen auch ich gehörte, vorerst unmöglich gemacht. Nach einem eher kurzen Aufenthalt in Santiago de Chile sollte hier mein Abenteuer Südamerika starten und ich hoffte, dass die extremen Wetterphänomene und die dunklen Wolken kein böses Omen für meine weitere Reise sein würden…

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